Dr. Jordi Manauta – Direkte Schichtung von Komposit-Verblendungen – Unica Anterior

Direkte Schichtung von Komposit-Verblendungen – Unica anterior

by Dr. Jordi Manauta

Dr Manauta

Dr. Jordi Manauta

Jordi Manauta wurde in Mexiko-Stadt geboren, wo er an der UNITEC (Universidad Tecnológica de México) seinen Abschluss in Zahnmedizin „cum laude“ machte. Er war dort Schüler von Dr. Miguel Angel Tamés (Mexiko) und Dr. Walter Devoto (Italien). Sein Postgraduiertenstudium zum Master in operativer und ästhetischer Zahnheilkunde setzte er an der UIC (Universitat Internacional de Catalunya) in Barcelona fort. Jordi Manauta ist Gastdozent an den Universitäten von Siena und Sevilla. Er hat in Zusammenarbeit mit internationalen Unternehmen verschiedene Materialien und Instrumente für die ästhetische Zahnheilkunde und Fotografie entwickelt. Ferner ist Dr. Manauta Autor des Buchs „Layers“ (Quintessence 2012) und wissenschaftlicher Berater für zwei europäische Fachzeitschriften. Als Autor und Co-Autor zahlreicher Publikationen in internationalen Fachzeitschriften wird Jordi Manauta häufig als Dozent zu seinen Schwerpunktthemen eingeladen. Außerdem betreibt er seine eigene Privatpraxis.

Einleitung

Mit einem Blick auf die Vergangenheit standen die häufigsten Probleme in der Zahnmedizin in Zusammenhang mit der Zahngesundheit und einem schönen, angenehmen Lächeln.
Aufgrund der gestiegenen Ansprüche der Patientinnen und Patienten ist der Bedarf an ästhetischer und konservierender Zahnheilkunde im letzten Jahrzehnt enorm gestiegen. Heutzutage spielt die Ästhetik eine große Rolle: Ein perfektes Lächeln ist ein Muss und es beeinflusst nachweislich das Selbstbewusstsein sowie das psychosoziale Wohlbefinden des Patienten [1].
Auf der Grundlage wissenschaftlich-statistischer und klinischer Daten bieten direkt geschichtete Komposit-Verblendungen eine überzeugende Lösung für die ästhetische Rehabilitation im Frontzahnbereich.
Eine direkte Schichtung von Komposit-Verblendungen ist nicht nur preisgünstiger als herkömmliche keramische Lösungen, sondern sie kann in nur einer Behandlungssitzung durchgeführt und während des Schichtungsvorgangs modifiziert werden, um die Patientenbedürfnisse zu erfüllen.
Darüber hinaus hat die Entwicklung der Standard- und Nanofüller-Komposite zu verbesserten mechanischen Eigenschaften und erhöhter Abriebfestigkeit geführt [2][3].
Eine kürzlich durchgeführte Metaanalyse prospektiver Studien zu Kompositrestaurationen im Frontzahnbereich ergab eine mediane Gesamtüberlebensrate von schätzungsweise 84,6 % nach 5 Jahren klinischer Belastung [3].
Die häufigsten Komplikationen im Zusammenhang mit direkt geschichteten Komposit-Verblendungen sind Frakturen, Karies, Verfärbung und farbliche Beeinträchtigungen sowie Veränderung der Oberflächenrauheit [4][5][6][3][7]. Dank der problemlosen Reparatureigenschaften der Kompositmaterialien können diese Komplikationen allerdings leicht gelöst werden. Außerdem ist für die direkte Restauration kein Aufrauen des Schmelzes erforderlich, da das Ätzen mit Phosphorsäure zur Verbesserung der Haftfestigkeit ausreicht.

Verfahren

Die direkte Schichtung von Komposit-Verblendungen besteht in der direkten Applikation einer oder mehrerer Schichten Komposit-Kunststoff auf die Zahnstruktur. Das Komposit wird dann zur Farbkorrektur und zum Defektausgleich ausgeformt, sodass eine ästhetische Restauration generell bei einer einzigen Behandlungssitzung erreicht werden kann [8].
Zur Wiederherstellung der korrekten Form und des Emergenzprofils der Frontzähne können verschiedene Instrumente und Hilfsmittel verwendet werden. Bis heute wurden direkt geschichtete Komposit-Verblendungen am häufigsten bei der Restauration der approximalen und zervikalen Ränder eingesetzt. Dabei erfolgte die Restauration in zwei Schritten mit zwei Seitenzahnmatrizen (approximale Ränder) und einem Matrizenband, das für die Restauration des zervikalen Bereichs in eine spezifische Form zurechtgeschnitten wurde.
In dieser Fallstudie haben wir uns für die Verwendung der neuen Frontzahnmatrize Unica anterior von Polydentia zur Vereinfachung des Verfahrens entschieden, da sie die direkte Restauration des gesamten Emergenzprofils (zervikale und approximale Ränder) in nur einem Schritt ermöglicht.
Dazu werden die Zahnoberflächen zunächst präpariert und gereinigt, um anschließend die weitere Restauration mit Komposit zu ermöglichen.
Die Matrize wird dann auf dem Zahn positioniert und fixiert. In der Regel können Interdentalkeile aus Kunststoff oder Holz eingesetzt werden, um eine ordnungsgemäße Fixierung der Matrize sicherzustellen. Als Alternative, z. B. im Falle von breiten Klasse-III-Restaurationen, bei denen die Platzierung des Keils und das daraus resultierende Kollabieren der Matrize in die Kavität hinein das Approximalprofil beeinträchtigen würde, kann ein flüssiger Kofferdam (z. B. Polydentia myCustom Resin) eine geeignete Alternative sein, um die Matrize in Position zu halten.
Dann erfolgt die Schichtung des Komposits: Zuerst wird das Emergenzprofil restauriert, daran schließt sich die Modellierung der palatinalen Wände an. Daraufhin wird durch die Applikation und die Ausformung einer oder mehrerer Schichten des Komposits eine grobe Zahnmorphologie rekonstruiert.
Abschließend wird die endgültige Zahnform mithilfe von Fräsen, Schleifscheiben und Poliergeräten konturiert.

Fallbericht

Die Patientin, eine 52-jährige Frau, stellte sich in unserer Praxis vor, da sie mit ihrem Lächeln nicht zufrieden war.
Ihre Oberkiefer-Frontzähne wiesen eine nicht zufriedenstellende Anatomie und einen frakturierten Schneidezahn 11 auf.
Die klinische Untersuchung ergab ansonsten kariesfreie Zähne und eine zufriedenstellende Mundhygiene.
Nach der Anamnese und klinischen Untersuchung entschieden wir uns, die Behandlung mit vier direkten Komposit-Verblendungen durchzuführen, die auf allen mittleren und seitlichen Schneidezähnen mithilfe einer komplett adhäsiven, additiven Technik bei nur minimaler Präparation aufgebracht wurden.
Die folgende Fallstudie zeigt das Verfahren der direkten Schichtung von Komposit-Verblendungen unter Verwendung der neuen Matrize Unica anterior von Polydentia.

Manauta Direct Statification Veneers

1: Die klinische Ausgangssituation zeigt die nicht zufriedenstellende Anatomie der Oberkiefer-Frontzähne und den frakturierten Schneidezahn 11. Wir entschieden uns für eine umfassende ästhetische Rehabilitation der Frontzähne durch die direkte Schichtung von Komposit-Verblendungen.

Manauta Direct Stratification Veneers

2: Das isolierte Gebiet nach Reinigung, Desinfektion und Polieren der Zahnoberflächen. Zur Wiederherstellung des Emergenzprofils der Frontzähne können verschiedene Methoden verwendet werden. Wir entschieden uns für die Verwendung der Frontzahnmatrize Unica anterior von Polydentia, da durch sie das Verfahren vereinfacht und die direkte Restauration des gesamten Emergenzprofils (zervikale und approximale Ränder) in nur einem Schritt ermöglicht wird.

Manauta Direct Stratification Veneers

3: Die Unica anterior Matrizen auf den mittleren Schneidezähnen platziert. In diesem Fall sorgten die intrinsische Festigkeit der Stahlmatrizen und die vorhandenen intakten Kontaktpunkte für eine gute Stabilität und Fixierung der Matrizen, ohne dass der Einsatz von Keilen oder Kunststoff notwendig war. Darüber hinaus ermöglicht die konvexe Form der Matrizen eine effektivere Platzierung des Kofferdams im Zervikalbereich, sodass eine bessere Isolierung des Operationsgebiets gewährleistet ist.

Manauta Direct Stratification Veneers

4: Die mittleren Schneidezähne mit den präparierten Flächen in der Ansicht von unten.

Manauta Direct Stratification Veneers

5: Die klinische Situation nach Aufbau der approximalen Wände am Schneidezahn 21: Zuerst wurde ein Universal-Adhäsivsystem verwendet, um die Haftkräfte im Schmelz zu erhöhen, bevor die Behandlung mit dem Aufbau der mesialen und distalen Approximalwand durch direkte Schichtung von Schmelz-Komposit fortgesetzt wurde. Dasselbe Verfahren wurde anschließend am zweiten mittleren Schneidezahn angewandt.

Manauta Direct Stratification Veneers

6: Nach dem Aufbau der Approximalwände wurden die palatinalen Wände modelliert, indem eine kleine Menge Schmelz-Komposit aufgebracht wurde, um die Angulation des Zahns nachzuahmen.

manauta 7

7: Schichtung der Komposit-Verblendungen: Zuerst wurde eine Schicht Dentin aufgetragen.

Manauta Direct Stratification Veneers

8: Zur Nachahmung der Zahnfarbe wurde eine zweite Schmelz-Schicht aufgebracht und mit Spatel und Bürsten in die endgültige Form modelliert. Das Bild zeigt die Komposit-Verblendungen auf den mittleren Schneidezähnen vor dem Konturieren bis zum ersten Finieren, bevor die nächsten Zähne rekonstruiert wurden.

Manauta Direct Stratification Veneers

9: Nach dem Konturieren der mittleren Schneidezähne nach dem zuvor beschriebenen Verfahren setzten wir die Behandlung mit der direkten Schichtung der Komposit-Verblendungen auf den seitlichen Schneidezähnen fort.

Manauta Direct Stratification Veneers

10: Aufbau des Emergenzprofils auf Schneidezahn 22. Nach dem Lichthärten des Materials wird die Matrize separiert und zur besseren Sicht abgezogen.

Manauta Direct Stratification Veneers

11: Das Bild zeigt die Komposit-Verblendungen auf den beiden seitlichen Schneidezähnen 12 und 22 vor dem Konturieren, Finieren und Polieren. Die Konturierung und das Finieren wurden mit einem Diamantfräser bei niedriger Drehzahl durchgeführt. Die niedrige Drehzahl ermöglicht eine besser kontrollierte Bewegung und verbessert die Oberflächenglätte, selbst bei grober Korngröße. Die Vorpolitur wurde anschließend mit einem braunen Spiralrad (3M, Deutschland) und Polierpaste (Premier, Diamond Twist SCL) durchgeführt, für die Hochglanz-Politur beim Finieren kann ein Schwabbelrad verwendet werden.

Manauta Direct Stratification Veneers

12: Das Behandlungsergebnis unmittelbar nach Entfernung des Kofferdams.

Manauta Direct Stratification Veneers

13: Die klinische Situation nach abschließender Politur und Texturierung der Restauration. Dieses Foto wurde bei der Kontrolluntersuchung 30 Tage nach der Restauration aufgenommen.

Manauta Direct Stratification Veneers

14: Endgültiges Ergebnis der Restaurationsbehandlung.

Manauta Direct Stratification Veneers

15: Klinische Situation 3 Monate nach der Restauration.

Schlussfolgerung

Aufgrund der Weiterentwicklung der Komposit-Materialien steht heute mit den direkt geschichteten Komposit-Verblendungen eine überzeugende, schnelle und kostengünstigere Lösung für die ästhetische Rehabilitation im Frontzahnbereich zur Verfügung. Nichtsdestotrotz sind ästhetisch und funktional erfolgreiche Behandlungsergebnisse stark von dem Wissen des Zahnarztes über die adhäsiven Prozesse sowie dessen Formgebungsfähigkeiten abhängig.
Verschiedene Instrumente und Verfahren unterstützen den Zahnarzt dabei, das Emergenzprofil korrekt zu restaurieren. Darunter hebt sich die neue Matrize Unica anterior aufgrund ihrer Einfachheit und Vielseitigkeit heraus, da sie eine schnelle und einfache Restauration der Profile im Zervikal- und Approximalbereich zur selben Zeit ermöglicht. Dadurch wird die Behandlungszeit deutlich reduziert und ästhetische Restaurationen sind für jeden Zahnarzt problemlos realisierbar.

Literatur

[1] DONG, J. K.; JIN, T. H.; CHO, H. W.; OH, S. C. The esthetics of the smile: a review of some recent studies. Int J Prosthodont, Chicago, v. 12, n. 1, p. 9-19, 1999.

[2] JANUS, J.; FAUXPOINT, G.; ARNTZ, Y.; PELLETIER, H.; ETIENNE, O. Surface roughness and morphology of three nanocomposites after two different polishing treatments by a multitechnique approach.
Dent Mater, Copenhagen, v. 26, n. 5, p. 416-425, 2010. https://doi.org/10.1016/j.dental.2009.09.014

[3] FRESE, C.; SCHILLER, P.; STAEHLE, H. J.; WOLFF, D. Recontouring teeth and closing diastemas with
direct composite buildups: a 5-year follow-up. J Dent, Bristol, v. 41, n. 11, p. 979-985, 2013.
https://doi.org/10.1016/j.jdent.2013.08.009

[4] SILVA, M. A.; VITTI, R. P.; SINHORETI, M. A.; CONSANI, R. L.; JUNIOR, J. G.; TONHOLO, J.
Evaluation of the Surface Roughness and Microleakage of Dental Composites Exposed to Different Beverages.
J Contemp Dent Pract, New Delhi, v. 16, n. 10, p. 800-804, 2015

[5] GRESNIGT, M. M.; KALK, W.; OZCAN, M. Randomized controlled split-mouth clinical trial of direct
laminate veneers with two micro-hybrid resin composites. J Dent, Bristol, v. 40, n. 9, p. 766-775, 2012.
https://doi.org/10.1016/j.jdent.2012.05.01

[6] BALDISSERA, R. A.; CORREA, M. B.; SCHUCH, H. S.; COLLARES, K.; NASCIMENTO, G. G.; JARDIM,
P. S.; MORAES, R. R.; OPDAM, N. J.; DEMARCO, F. F. Are there universal restorative composites for
anterior and posterior teeth? J Dent, Bristol, v. 41, n. 11, p. 1027-1035, 2013.
https://doi.org/10.1016/j.jdent.2013.08.0

[7] HEINTZE, S. D.; ROUSSON, V.; HICKEL, R. Clinical effectiveness of direct anterior restorations, a meta-nalysis. Dent Mater, Copenhagen, v. 31, n. 5, p. 481-495, 2015. https://doi.org/10.1016/j.dental.2015.01.015

[8] NEWTON FAHL, the Direct/Indirect Composite Resin Veneers: a case report. The international aesthetic chronicle, 1996.

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